|
|
| Sozial
und Gerecht - Für ein Lebenswertes Arnstadt |
| Kommunalwahlprogramm
- kommunalpolitische Leitlinien zur Wahl des Stadtrates der Stadt
Arnstadt am 7. Juni 2009 der Partei DIE LINKE |
|
Hier können Sie unser Wahlprogramm als PDF-Dokument
herunter laden:
Sozial und Gerecht
Sozial
und Gerecht (Kurzfassung).

Sie können das Wahlprogramm auch als Hörbuch
bestellen. Gelesen wurde das Wahlprogramm der Partei DIE LINKE
Arnstadt von den KandidatInnen Steffen Dittes, Rita Bader, Sabine
Berninger und Jens Petermann.
|
|
Mit den „Kommunalpolitischen Leitlinien der
PDS“ trat die damalige PDS Arnstadt im Wahlkampf zur Kommunalwahl
2004 mit dem Ziel an, Arnstadt als Arbeits- und Lebensort für
die Menschen mit mehr Demokratie, einer kommunalen Wirtschafts-
und Arbeitsmarktpolitik, einer auf die Menschen zugeschnittenen
Infrastruktur sowie einer bürgerInnennahen Verwaltung zu gestalten.
Wir wurden als stärkste Fraktion in den Stadtrat der Stadt Arnstadt
gewählt mit dem Auftrag, unsere kommunalpolitischen Vorstellungen
für Arnstadt durchzusetzen. Mit zahlreichen Gestaltungsvorschlägen
haben wir versucht, den uns erteilten Wählerauftrag zu erfüllen.
Oftmals scheiterten unsere Initiativen - zum Beispiel die Initiative
für eine familienfreundliche Stadt - an der Stimmenmehrheit im
Arnstädter Stadtrat.
Arnstadt ist eine Stadt im Herzen Thüringens, das Tor zum Thüringer
Wald, mit einer bedeutenden Brückenfunktion zwischen Erfurt/Weimar
und Ilmenau. Mit seinem Charme, seiner historischen Innenstadt
und den Ortsteilen, der hervorragenden geographischen Lage und
seiner wirtschaftspolitischen Entwicklung der vergangenen Jahre
hat Arnstadt ein enormes Potential, attraktiver Lebensort zu bleiben
und zu werden.
Ziel unserer Politik 2009
ist es, dass Arnstadt attraktiver Lebensraum für
ihre EinwohnerInnen bleibt und für neue EinwohnerInnen wird.
Im Mittelpunkt steht für DIE LINKE dabei, dass einerseits alle
Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, sich am gesellschaftlichen
Leben zu beteiligen und andererseits die infrastrukturelle Stadtentwicklung
sich sowohl an einer demografisch wandelnden Bevölkerung als
auch an den ökologischen Erfordernissen orientiert.
|
|
1. Lebensort Arnstadt
Die Attraktivität der Stadt Arnstadt als Lebensort
misst sich vor allem an einem ausgewogenen sozialen Umfeld. Dazu
gehören die Förderung von Kindern, Familien, SeniorInnen und
Menschen mit Behinderungen ebenso wie die Sicherung einer vielfältigen
Vereinslandschaft.
Deshalb setzen wir uns ein für:
- ein „Begrüßungsgeld“ in Höhe von 500
Euro für neugeborene Arnstädter Kinder,
- den Ausbau der Kindertagesstätten zu einem
bedarfsorientierten Angebot an Kinderkrippen und Kindergartenplätzen
sowie schrittweise Umwandlung in inklusive Einrichtungen gemäß
dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen,
- eine kostenfreie Versorgung der Kinder in den
Kindertagesstätten im Vorschuljahr,
- eine stärkere Verankerung des Bildungsauftrages
in den Kindertagesstätten,
- eine auskömmliche Finanzierung der sozial
tätigen Vereine, der Sportvereine und von selbstorganisierten
Initiativen,
- eine sozial- und insbesondere familienfreundliche
Umgestaltung der Eintrittsgelder für das Arnstädter Stadbad,
- die Einrichtung einer städtischen Stelle für
aufsuchende Jugendarbeit,
- die finanzielle Unterstützung des ehrenamtlichen
Engagements von Jugendlichen für Jugendliche durch einen Fonds
der Stadt Arnstadt
- die Unterstützung sozialer Einrichtungen,
wie z.B. des Frauen- und Familienzentrums oder der Arnstädter
Tafel,
- die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen
von SeniorInnen sowie der Gewährleistung eines selbstbestimmten
Lebens sowie den Schutz vor Gewalt im Alter in der Stadt Arnstadt.
Wir unterstützen die Arbeit des Seniorenbeirates mit dem
Ziel, bessere Zugangsmöglichkeiten zu Kultur, Sport und Bildung
zu schaffen.
Der geplante Ausbau der Sportanlage „Am Obertunk“
muss auch mit Blick auf den Abriss des Stadions in Rudisleben
zügig erfolgen. Unter Einbeziehung städtischer Unternehmen kann
aus Sicht der LINKEN die Finanzierung solide erfolgen.
Eine attraktive Gestaltung der Innenstadt heißt
für uns, dass sich Fußgänger und Menschen mit umweltfreundlichen
Fortbewegungsmitteln frei und gefahrlos bewegen können.
Deshalb setzen wir uns ein für:
- eine Ausweitung des verkehrsberuhigten Bereiches
entsprechend dem beschlossenen Konzept „Verkehr 2000“ mit
dem Ziel der Minimierung des innerstädtischen motorisierten
Individualverkehrs und die Schaffung zentrumsnaher Parkmöglichkeiten,
- die Ausweisung von so genannten Pendlerparkplätzen
(insbesondere an den Anschlussstellen an der A 71),
- die Entwicklung von Freiräumen, Grün- und
Brachflächen zu Erlebnis-, Bewegungs- und Erfahrungsräumen
als Mittel der Stadtentwicklung,
- den barrierefreien Zugang zu Straßen und Wegen,
öffentlichen Einrichtungen, Geschäften, Kultur- und Freizeiteinrichtungen,
- die Ausweisung von Radverkehrsflächen,
- die Durchsetzung der Anlieferzeiten für Geschäfte
in der Innenstadt,
- die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis hinsichtlich
einer noch stärker angebotsorientierten Gestaltung des Öffentlichen
Personennahverkehrs, insbesondere des Stadtverkehrs.
Die Sanierung der historischen Innenstadt ist
auf dem Ried schnellstmöglich fortzusetzen. Zur Sanierung städtischer
Immobilien ist zu prüfen, ob alternative Finanzierungsmodelle
(„Öffentlich-Öffentliche-Partnerschaften ÖÖP“) in Zusammenarbeit
mit der Sparkasse, der Landes- und Aufbaubank oder eine Übertragung
an kommunaleigene Gesellschaften notwendige Sanierungsarbeiten
vorantreiben und die Stadt finanziell entlasten kann. Dies betrifft
insbesondere denkmalgeschützte Stadtgebiete und Gebäude. Wir
setzen uns unter anderem ein für die zeitnahe Fertigstellung
des Arnstädter Schlossmuseums. Es dürfen keine weiteren, dem
Charakter des innerstädtischen Flächendenkmals widersprechenden,
baulichen Eingriffe in das innerstädtische Flächendenkmal vorgenommen
werden.
Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind für DIE
LINKE nicht nur Handlungsrahmen bei allen Entscheidungen, sondern
selbst auch aktiv verfolgtes Ziel.
Deshalb setzen wir uns ein für:
- ein kommunales Programm zur Förderung regenerativer
Energieträger und zur Förderung umweltgerechten Bauens,
- die Einbindung von Photovoltaik und Photothermik
in die Sanierung der historischen Innenstadt bei Einbindung
der ansässigen Solarindustrie in dieses Programm,
- die Schaffung eines eigenen dezentral und nachhaltig
erzeugten Stromangebotes der Stadtwerke und Schaffung eines
Ökostromtarifes,
- die Schaffung eines Kundenbeirates bei den
Stadtwerken,
- die Prüfung der Rekommunalisierung der Versorgungsnetze,
- die Prüfung der Übernahme der privaten Gesellschafteranteile
der Stadtwerke durch die Stadt,
- die Prüfung des Projektes „Bürgerkraftwerk“
(unter Nutzung der Erfahrungen der Stadtwerke Erfurt und Jena-Pößneck).
Im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes und der
Erhaltung der Ressourcen in der Region wird sich DIE LINKE. Arnstadt
auch über die Stadtgrenzen hinaus weiterhin einsetzen gegen profitorientierte
unökologische Vorhaben wie die geplante Schweinezuchtanlage im
Wipfratal oder die 380 kv-Starkstromtrasse im Thüringer Wald.
|
|
2. Wohnort Arnstadt
Lebensqualität ist für DIE LINKE. Maßstab unseres
politischen Wirkens. Wir wollen erreichen, dass Arnstadt inklusive
seiner Ortsteile langfristig attraktiver Lebensraum für die Arnstädterinnen
und Arnstädter bleibt bzw. wieder wird. Arnstadt soll als Wohnort
auch für Menschen attraktiver werden, die noch nicht BewohnerInnen
unserer Stadt sind.
Mit einem Neubürgerprogramm wollen wir der negativen
Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre entgegenwirken
und damit direkt die Menschen ansprechen, die in und um Arnstadt
Arbeit gefunden haben, sich aber noch nicht zu einem Zuzug nach
Arnstadt entschließen konnten. Kernpunkte des Neubürgerprogrammes
sind u. a. Umzugsbeihilfen und Orientierungshilfen für neue ArnstädterInnen,
ein kommunales Förderprogramm für Wohnungsneubau oder Sanierungsmaßnahmen
in der historischen Innenstadt (z. B. durch Zinsbeihilfen).
Die Bauvorhaben der Wohnungsbaugesellschaft Arnstadt
mbH im Gründerzeitzentrum und An der Weiße sind für DIE LINKE.
Arnstadt vorrangig zu realisierende Projekte und entsprechend
im Haushalt der Stadt darzustellen.
Für Senioren ist bezahlbarer altersgerechter Wohnraum, insbesondere
2-Raum-Wohnungen, zu schaffen. Für Menschen mit Behinderungen
sind Bedingungen zu schaffen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
Im Rahmen des Stadtumbaus gilt es, die Stadt auf die Bedürfnisse
der Menschen auszurichten. Dazu fordern wir eine öffentliche
Diskussion zu den städtebaulichen Entwicklungszielen. Wir setzen
uns für die Erstellung eines kommunalen Mietspiegels ein.
Verbesserung der Lebensqualität bedeutet für uns auch eine auf
die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtete Wohnumfeldgestaltung
und Innenstadtentwicklung.
DIE LINKE. steht für die Sicherung des Bestandes
der Kleingartenanlagen und deren besondere Unterstützung. Im
Rahmen der geordneten Stadtentwicklung sind auch die Rechte der
Garagenbesitzer und –eigentümerInnen zu sichern.
Wir fordern sozial gerechte Kommunalabgaben, die
die Einkommens- und Vermögenssituation der Bürgerinnen und Bürger
berücksichtigen. Wir halten eine Reduzierung der Abwasserbeiträge
auf das Niveau benachbarter Zweckverbände für notwendig und
möglich. Die Wiedereinführung von Wasserbeiträgen, die der
WAZV anstrebt, lehnen wir konsequent ab. Die Abwassergebühren
können gesenkt werden, wenn die Mitgliedsgemeinden, so wie gesetzlich
gefordert, die Straßenoberflächengebühren ordnungsgemäß bezahlen.
Der Verbraucherbeirat des WAZV muss seine Tätigkeit noch konsequenter
an den Belangen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten.
Straßenausbaubeiträge sind für uns kein zeitgemäßes
Finanzierungsmodell mehr. Hier ist die Landespolitik gefordert,
diese überholte Kostenbeteilung durch die BürgerInnen auf den
Prüfstand zu stellen. Die städtische Straßenausbaubeitragssatzung
wollen wir noch bürgerfreundlicher ausgestalten, um so die finanzielle
Belastung der betroffenen Bürger zu reduzieren. Bei der Stadt
wollen wir einen Kommunalabgabenbeirat für den Bereich „Straßenausbaubeiträge“
bilden.
Wir fördern die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr
in der Stadt und den Ortsteilen.
|
|
3. Arbeits- und Wirtschaftsort
Arnstadt
Die kommunale Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik
der Stadt Arnstadt muss einen Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit
sein. Nur so bleibt die Stadt Arnstadt für Menschen als Lebensort
attraktiv und so kann der Abwanderung mittelfristig begegnet werden.
Deshalb setzen wir uns ein für:
- die Garantie eines Existenz sichernden Mindestlohnes
von 8,50 Euro bei der Vergabe öffentlicher Aufträge durch
die Stadt Arnstadt und ihrer Gesellschaften,
- eine Zusammenarbeit des Arnstädter Gymnasiums
mit Hochschulen der Region sowie die Nutzung von Synergieeffekten
der Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau
für den Ausbau des Technologiestandortes Arnstadt,
- eine vorrangige Sanierung von Altstandorten
und Brachflächen für die Ansiedlung von Unternehmen und den
Wohnungsbau. Nur in begründeten Ausnahmefällen Neuansiedlung
von arbeitsplatzschaffendem und ökologisch vertretbarem produzierendem
Gewerbe auf der „grünen Wiese“,
- die Revitalisierung der Innenstadt als Alternative
zur Freiflächeninanspruchnahme durch den Handel und eine aufeinander
abgestimmte wirtschaftliche Entwicklung innerstädtischer Standorte.
In Kooperation mit dem Land und dem Landkreis
ist die Wirtschaftsförderung der Stadt noch zielgerichteter auf
die Bedürfnisse der Wirtschaft auszurichten. Es ist die Bildung
einer städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft als Tochtergesellschaft
der Stadtmarketing GmbH zu prüfen.
Im Bereich der öffentlichen Verwaltung setzen
wir uns ein für:
- die Schaffung von Ausbildungsplätzen im Zuständigkeitsbereich
der Stadt mit mindestens einjähriger Beschäftigungsgarantie
nach Ausbildungsabschluss,
- die Schaffung eines Einstellungskorridors für
Neu- und Quereinsteiger,
- die Nutzung von Altersteilzeitmodellen für
Angestellte und Beamte
- die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen
mit Behinderungen im Zuständigkeitsbereich der Stadt.
Wir treten ein für die Weiterentwicklung des
Industriegebietes „Erfurter Kreuz“ unter stärkerer Beachtung
der Belange des Umweltschutzes und der Landschaftsgestaltung.
Ausgleichsmaßnahmen müssen vorrangig dort realisiert werden,
wo durch Industrieansiedlungen Naturräume verloren gehen. Der
Bereich der ehemaligen Garnison Rudisleben muss als Grün- und
Freizeitfläche gestaltet werden.
|
|
4. Kultur- und Bildungsort Arnstadt
Die Erhaltung sowie der Ausbau der musealen und
kulturellen Landschaft ist sowohl für die hier lebenden Menschen
als Grundpfeiler für Lebensqualität als auch für die Gäste
der Stadt von Bedeutung. Die Stadt Arnstadt als ältester Ort
Thüringens verfügt über eine umfangreiche kulturelle Geschichte,
die sich auch in der touristischen Vermarktung niederschlagen
muss.
Deshalb setzen wir uns ein für:
- den Erhalt der Denk- und Mahnmäler in der
Stadt, einschließlich deren Pflege in städtischer Verantwortung,
- die Sicherung einer Museumsstruktur, die die
Entwicklung Arnstadts und seiner Traditionen in der Kunst, im
Handwerk und in der Politik angemessen berücksichtigt,
- eine stärkere Nutzung des touristischen Potentials
Arnstadts eingebettet in einen Verbund mit anderen Städten
und Orten Thüringens,
- die Unterstützung der kulturellen Aktivitäten
der Arnstädter Vereine,
- die Schaffung eines breiten Veranstaltungsangebotes
durch die Stadt Arnstadt selbst, welches Hoch- und Breitenkultur
gleichberechtigt berücksichtigt und interkulturellen Ansprüchen
genügt und den Betrieb des Theaters sichert,
- eine kostenfreie Nutzung der städtischen Bibliothek
für Kinder sowie Jugendliche in Ausbildung,
- die enge Kooperation der Stadt mit dem Landkreis
zur Erhaltung des attraktiven Schulstandortes sowie die Sanierung
des Schulgebäudes Schlossplatz 2 als traditionsreichem Sitz
des Arnstädter Gymnasiums.
DIE LINKE unterstützt die neu gebildete Theaterstiftung
und setzt sich dafür ein, dass die Stadt als Zustifter auftritt.
|
|
5. Arnstadt, Ort der Demokratie
DIE LINKE. steht für demokratische Entscheidungsstrukturen
und eine bürgerInnenorientierte Verwaltung.
Demokratie heißt Transparenz von Diskussionen und Entscheidungen,
Demokratie heißt Beteiligung an Entscheidungen. Bürgerinnen
und Bürger sollen sich in kommunale Entscheidungsprozesse einbringen
können.
Deshalb wird sich eine künftige linke Stadtratsfraktion
weiterhin einsetzen für:
- die Durchführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden
in Vorbereitung wichtiger städtischer Entscheidungen,
- ein Kinder- und Jugendparlament mit Vetorecht
gegenüber dem Stadtrat, das diesen verpflichtet, seine Entscheidungen
erneut zu diskutieren,
- die Berufung eines Behindertenbeirates sowie
einer/s Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung,
- den Bürgerhaushalt. Zur Konsolidierung der
kommunalen Finanzen regen wir außerdem die Bildung einer paritätisch
besetzten Kommission - unter Einbeziehung von Sachverständigen
und InteressenvertreterInnen - an, die entsprechende Vorschläge
öffentlich zur Diskussion stellt und dem Stadtrat gegenüber
unterbreitet.
Wir wollen die Einführung der erweiterten Ortschaftsverfassung
für die Ortsteile, so dass die Ortschaftsräte mehr Rechte und
finanzielle Mittel zur eigenverantwortlichen Verwendung erhalten.
Im Rahmen des Stadtrates werden wir uns für einen Stadtratsvorsitzenden
einsetzen, um die Vormachtstellung des Bürgermeisters gegenüber
dem Stadtrat einzudämmen. Für die Berufung von sachkundigen
EinwohnerInnen setzen wir uns für die Herabsetzung der Altersgrenze
auf 16 Jahre ein.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Ausübung
des Stimmrechtes der Stadt Arnstadt in der Verbandsversammlung
des Wasser- und Abwasserzweckverbandes WAZ transparent und öffentlich
kontrollierbar durch den Bürgermeister erfolgt.
Eine besondere Verantwortung der Stadt sehen wir
in der Förderung der Integration von Asylsuchenden und von in
Arnstadt lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.
Ziel jeden Handelns politischer Verantwortungsträger muss sein,
Neofaschismus, Rassismus und Antisemitismus wirksam entgegenzutreten.
Ein kommunales Handlungskonzept kann Grundlage sein, der erschreckend
hohen Zustimmung zu rassistischen und rechtsextremen Positionen
zu begegnen. Die vom Stadtrat gebildete AG Zivilcourage muss dafür
ein offenes und handlungsfähiges Forum werden.
Wir unterstützen geplante Gemeindeneugliederungsmaßnahmen
unter Einbeziehung der BürgerInnen. Eine freiwillige Eingemeindung
von Ichtershausen und Gossel, sowie einzelnen Ortsteilen der Wachsenburggemeinde
nach Arnstadt halten wir für unterstützenswert, die diskutierten
Eingemeindungen von Plaue, der Wachsenburggemeinde als Ganzes
und der Gemeinde Wipfratal sehen wir, hinsichtlich des ebenfalls
notwendigen Erhalts starker ländlicher Räume zwischen den Städten,
kritisch.
|
|
6. Fazit
Mit dem vorliegenden Programm unserer Kommunalpolitik
für Arnstadt unterbreitet DIE LINKE. Arnstadt den Bürgerinnen
und Bürgern ein Angebot und lädt Sie ein, unsere Vorhaben mit
uns gemeinsam in die Tat umzusetzen.
Dies wird nur bei veränderten Mehrheiten im Stadtrat
der Stadt Arnstadt gelingen.
Kommunalpolitik sozial gerecht zu gestalten und eingefahrene Gleise
zu verlassen, liegt in Ihrer Hand, liebe Wählerinnen und Wähler.
Wollen Sie die Kommunalpolitik Ihrer Stadt mitgestalten, dann
gehen Sie am 7. Juni 2009 zur Wahl und mischen Sie sich auch nach
dem Wahltag ein in die Kommunalpolitik. Denn es geht um Ihre Stadt,
um Ihre Belange und Interessen.
Ganz gleich aber, für welches Angebot der Parteien
und welche Ausrichtung der Kommunalpolitik Sie sich entscheiden:
Wählen Sie die Demokratie. Sorgen Sie mit Ihrer Stimme dafür,
dass rechtsextreme, nationalistische, antisemitische und rassistische
Organisationen keine Chance bekommen, Ihre Parolen und menschenfeindliche
Hetze im Arnstädter Stadtrat zu verbreiten.
|
|